Momentan gibt es auf Bollheim vier verschiedene Hühnerrassen und ab April kommt noch eine fünfte dazu! Zeit, Ihnen die Scharen vorzustellen.
Die Bollheimer Eier-Vielfalt
Momentan gibt es auf Bollheim vier verschiedene Hühnerrassen und ab April kommt noch eine fünfte dazu! Zeit, Ihnen die Scharen vorzustellen:
Vier Rassen mit unterschiedlichen Eigenschaften
Wie Sie sicherlich schon bemerkt haben, gibt es seit letztem Herbst auf Bollheim – eher ungewohnt- schneeweiße Eier. Das liegt daran, dass wir eine neue Hühnerrasse kennenlernen wollten. Sie heißt Deklab white. Die Hennen sind weiß, mittelgroß mit steil aufgerichteten Schwanzfedern, sehr friedlich, legefreudig und glucken kaum, d.h. sie sitzen nicht lange auf ihren Eiern.
Eine seit langem vertraute Rasse sind die ISA Warren Hennen, welche die braunen Eier legen. Sie sind braun, mittelgroß und bleiben gerne mal einige Zeit auf den Eiern sitzen. Das sorgt vor den Nestern auch schon mal für Geschimpfe von den Hühnern, die noch ihre Eier legen wollen…
Eine weitere weiße Rasse sind die Sandy-Hühner. Sie legen hauptsächlich cremeweiße Eier, unter die sich immer einige ins milchkaffee-gehende Eier mischen. Sie sind ebenfalls mittelgroß, etwas scheuer und flattern viel, vor allem in ihrer Jugend. Die unternehmungslustigsten unter ihnen muss man manchmal auf der weiten Wiese einsammeln und in den Stall zurückbringen.
Seit ein paar Jahren fester Bestandteil unserer Hühner sind die ÖTZ- Zweinutzungshühner. Zurzeit gibt es die Rasse ÖTZ (Ökologische Tier Zucht) Cream – eine weiße Rasse mit etwas mehr Gewicht. Die Hennen legen weniger als die anderen Rassen, dafür werden sie aber etwas schwerer. Die Hühner besitzen ein ausgeglichenes Temperament. Die Eier sind hauptsächlich cremeweiß, aber insgesamt etwas dunkler als die Eier der Sandy-Hühner.
Zur Einstimmung auf Ostern bieten wir Ihnen wieder mit Naturfarben wunderschön gefärbte Eier an. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen schöne Osterfeiertage.
Markus Hildebrandt
Mobiles Schlachten von Rindern in Haus Bollheim
In Zusammenarbeit mit Landwirten, Metzgern, Veterinäramt, Regionalwert AG Rheinland und Verbraucher*innen ist es gelungen, die mobile Schlachtung von Rindern in Haus Bollheim zu praktizieren.
Schlachtung in vertrauter Umgebung ohne langen Transport
Hofnahe bzw. auf dem Hof stattfindende Schlachtungen in mobilen Schlachtstätten bieten die Möglichkeit für mehr Tierwohl, Transparenz und Nachhaltigkeit. Eine Schlachtung in vertrauter Umgebung auf dem Herkunftsbetrieb ermöglicht den Tieren einen stressarmen letzten Gang von der Weide oder aus dem Stall. Das wiederum wirkt sich positiv auf die Fleischqualität aus. Zusätzlich bleibt auch die Wertschöpfung eher vor Ort.
Der fahrbare Schlachthof macht das Schlachten von Anfang bis Ende möglich
Bei der vollmobilen Schlachtung werden alle Teilschritte des Schlachtprozesses – also Betäubung, Entbluten, Enthäutung, Entsorgung von Konfiskate, Ausnehmen und Grobzerlegung der Schlachtkörper – vor Ort mithilfe des Metzgers und eines Trucks oder Trailers durchgeführt. Auch ist eine Einrichtung zur Fixierung der Tiere zur Betäubung notwendig und vorhanden. Darüber hinaus wird ein Anhänger zur Kühlung der Schlachtkörper mitgeführt. Der Truck mit Anhänger fungiert somit wie eine Art „fahrbarer Schlachthof“ und kann von Betrieb zu Betrieb fahren.
Nach einer langen Vorbereitungsphase hatte das Schlachtmobil am 31.05. nun endlich seinen ersten Einsatz bei uns. Hinter dem Stall auf einer betonierten Fläche konnte ein Rind geschlachtet und zerlegt werden. Währenddessen stand die Kuhherde weit entfernt auf der Weide und hat von dem etwa zweistündigem Vorgang nichts mitbekommen. Wir freuen uns, dass alles gut geklappt hat, und wir diese Art des Schlachtens nun bei uns etablieren können. Das Fleisch aus der Schlachtung wird am 12.06. im Hofladen erhältlich sein, Vorbestellungen sind noch bis zum 07.06. im Laden möglich.
Sivert Joerges
Weidemilch und Maikäse
Bei uns in Bollheim verbindet sich ursprüngliche Milchviehhaltung mit traditioneller Handwerkskunst. Als Weidemilchbetrieb genießen unsere Kühe vom Frühling bis Herbst das frische Weidegras, was sich direkt auf die Qualität unserer Milch auswirkt. Das erfreut die Tiere, da die Weide ihr natürlicher Lebensraum ist. Dort können sie ihr Sozial- und Fressverhalten frei ausleben. Die Weidehaltung fördert ihre Gesundheit und stärkt ihr Immunsystem, da sie sich viel bewegen und dem Sonnenlicht, Regen und Wind ausgesetzt sind. Die Mehrheit der Milchkühe haben dieses Privileg nicht mehr.
In der Käserei in Bollheim haben wir das Privileg, diese besondere Milch zu verarbeiten. Den Duft, die die warme Milch vor der Verarbeitung in der Käserei verströmt, ist ein anderer als im Winter.
Was unterscheidet die Weidemilch von der Wintermilch?
Die Weidemilch ist gesünder, denn sie enthält viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren, wie die Omega-Fettsäuren, die Blut verdünnende Wirkung haben und das Risiko von Herz- und Kreislauferkrankungen senken. Zudem hat das Fett der Weidemilch einen niedrigeren Schmelzpunkt, was zu einem weicheren Milchfett führt. Weidebutter ist weicher, aber auch in unserem Käse ist das weichere Fett im Maigouda zu spüren.
Darüber hinaus hat Weidemilch eine andere Farbe. Das frische Gras enthält viel von dem gelben Naturfarbstoff Beta-Carotin, der in vielen Pflanzen vorkommt. Je mehr frisches Gras die Tiere fressen, desto mehr Beta-Carotin enthält die Milch. Werden Kühe nur im Stall gehalten, sind die Milchprodukte, die aus dieser Milch hergestellt werden, deutlich „blasser“. Diese Färbung verstärkt sich im Käse, da ja der Großteil des farblosen Wassers in der Milch in Form von Molke bei der Käseherstellung von der Milch geschieden wird. Aus diesem Grund sind in Bollheim die Sommerkäse mit einer deutlich gelberen Farbe von den Winterkäsen zu unterscheiden. Wenn die Milch vor der Verarbeitung teilentrahmt wird, verliert die Milch mit dem Fett auch einen Teil des Beta-Carotins. Früher war gelblicher Käse ein Qualitätsmerkmal, das für Weidemilch und vollmundige Käse mit hohem Fettgehalt stand. Heute ist die Unterscheidung schwierig, denn die konventionelle Molkereiwirtschaft bedient sich künstlicher oder natürlicher Farbstoffe, um Butter oder Käse einen gelblichen Farbton zu verleihen. Doch versuchen Sie mal beim nächsten Einkauf an der Bollheimer Käsetheke auf dem Markt oder im Hofladen zu erkennen, ab wann wir Weidegang hatten. Tipp: junger Gouda reift mindestens 4 Wochen und Alter Pikantus mindestens 12 Monate.
Olaf Seyd
Weidegang gibt Weidemilch
Ein Bericht aus dem Leben eines Stallmeisters
Die Bollheimer Bauernhof-Idylle wird zu dieser Zeit im Jahr wieder erlebbar. Auf den Weiden rund um den Hof grasen die Bollheimer Rotbunten und strahlen ein Gefühl von Ruhe und Beständigkeit aus.
Mit den länger und wärmer werdenden Tagen im Frühjahr beginnt das Gras auf Wiesen und Weiden wieder zu wachsen. Den richtigen Zeitpunkt der Beweidung für die Kühe zu finden, hängt von der Bewuchshöhe des Grases und der Feuchtigkeit des Bodens ab. Eine Bauernregel besagt, dass das Gras mindestens Fausthöhe erreicht haben soll, damit die Grasnarbe und der darunterliegende nasse Boden durch eine rund 700 kg schwere Kuh nicht beschädigt wird. Sobald diese Kriterien erfüllt sind, geht es für die Kühe endlich wieder raus ins Freie.
Wenn die Tiere auf der Weide sind, atmen sie frischere Luft und haben deutlich mehr Bewegungsfreiheit. Das wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Tiere aus.
Im Herdenverbund auf der Weide haben Kühe mehr Platz und synchronisieren ihr Verhalten weitestgehend, so wie es ihrem natürlichen Verhalten entspricht. Dies führt dazu, dass es zu weniger aggressivem Verhalten kommt. Im Stall ist für eine solche Synchronisation meist nicht genügend Platz.
Weidehaltung fördert die Tiergesundheit
Die Weidehaltung der Kühe tut Mensch und Tier generell sehr gut. Wir müssen darauf achten, dass die Kühe sich langsam an das frische grüne Gras gewöhnen, um das Verdauungssystem der Wiederkäuer nicht aus der Bahn zu werfen. Wir beginnen mit stündlichem Weidegang in den ersten möglichen Weidetagen und steigern die Weidezeit sukzessive. Nach rund vier Wochen haben wir dann die Vollweidezeit erreicht. Ab diesem Zeitpunkt kommen die Kühe Tag und Nacht auf die Weide und werden nur zum Melken in den Stall gebracht. Und das so lange, wie die Vegetation es zulässt – meistens bis spät in den Herbst hinein.
Wenn Sie einen Spaziergang durch die Eichenallee oder über die Bollheimer Flächen machen, können Sie unsere Kühe live beobachten.
Sivert Joerges
Hühner, Eier und Ostern
Ostern steht vor der Tür, ein guter Zeitpunkt, um unsere fleißigen Hühner vorzustellen.
Picken, Scharren, Sonnenbaden – das Leben im mobilen Hühnerstall
Unsere Hühner leben zusammen mit einigen Hähnen in kleinen mobilen Ställen. Wenn die Tiere ihre Weiden abgefressen haben, werden sie mit Hilfe eines Traktors zum nächsten frischen Standort gezogen. So wandern die Hühner im Jahreslauf um unseren Hof. Jeden Morgen öffnen sich die Türen, die Hühner verlassen den Stall und gehen ihren angeborenen Verhaltensweisen nach. Picken, scharren, sonnenbaden und Federpflege sind, neben dem Sozialkontakten zu ihren Herdenmitgliedern, ihre Lieblingsbeschäftigungen. In den Morgenstunden legen sie auch ihre Eier. Dafür gibt es in den Ställen abgedunkelte Nester, in die sich die Tiere zurückziehen können. Ausgepolstert sind die Nester mit dem Hüllspelz unseres Dinkels. Die Eier können darin versinken und bleiben geschützt und sauber. Hühner legen unterschiedlich gefärbte Eier, wir haben weiße, cremeweiße und braune Eier im Angebot. Mit Bio-Eierfarben, Rote Bete oder Zwiebelschalen entstehen bei allen Farbnuancen kleine Kunstwerke. Geschmacklich spielt, neben der Frische, das Futter die Hauptrolle. Unser Getreide und Mais und die große Menge an frischem Gras und Kräutern sorgen für leckere Frühstückseier.
Führung und Eiersuche am Ostersamstag
Wenn Sie unsere Hühner hautnah erleben wollen, kommen Sie doch zu einer Führung vorbei. Am Ostersamstag werden wir die Ställe besuchen, gemeinsam Eier sammeln, Informationen austauschen und die Tiere betrachten. Wer möchte, kann auch ein Huhn auf den Arm nehmen. Für die Kinder gibt es noch eine Osternest-Bastelaktion, direkt neben dem Hofcafé. Abgerundet wird das Ganze mit einem leckeren Frühstück und herzhaften Kleinigkeiten. Genaue Zeiten erfahren Sie in unserem Erlebnisprogramm.
Wir freuen uns auf Sie.
Ihr Arne Mehrens
Bollheimbriefe


Der Bollheim-Brief, ein Bericht über unseren Weg durch das Bollheimjahr. Mit viele Eindrücken, sicherlich auch einige Widersprüchen, manchem Unverständlichen. Vielleicht ergeben sich daraus aber auch neue Fragen, sprechen Sie uns an.
Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre viel Vergnügen.
Bollheimbrief 20223 (13,00 MB)
Bollheimbrief 2022 (14,00 MB)
Bollheimbrief 2021 (4,00 MB)
Bollheimbrief 2020 (14,00 MB)
Bollheimbrief 2019 (11,00 MB)
Bollheimbrief 2018 (4,00 MB)
Bollheimbrief 2017 (12,00 MB)
Bollheimbrief 2016 (4,97 MB)
Bollheimbrief 2015 (2,72 MB)
Bollheimbrief 2014 (6,9 MB)
Bollheimbrief 2013 (10,6 MB)
Bollheimbrief 2012 (5,2 MB)
Bollheimbrief 2011 (7,5 MB)
Bollheimbrief 2010 (5,9 MB)
Bollheimbrief 2009 (3,4 MB)
Bollheimbrief 2008 (3,0 MB)
Bollheimbrief 2007 (1,9 MB)
Bollheimer Weihnachtskalb
Die Bollheimer Imis
Die Grünen Papageien leben schon länger auch auf Bollheim. An dieser Futterstelle waren sie aber heute zum ersten Mal. Dort müssen sie sich das Futter mit den vielen Spatzen, Meisen, mit dem Kleiber, dem ein oder anderen Specht, den Tauben und auch mit zwei Eichhörnchen teilen. Die Papageien sind somit keine Fremden mehr auf Bollheim, sie gehören zur Betriebsindividualität dazu.
Bollheimer Ungetüm
Seit einiger Zeit werden die Milchkühe mit einem Futtermischwagen gefüttert. Sie bekommen dann ihr Heu und das Kraftfutter mit Wasser vorgemischt. Was für uns vielleicht ein wenig zu technisiert anmutet, die Kühe freuen sich dennoch. Das Futter ist schmackhafter und der Trog ist schneller leer. Die Arbeit mit der Gabel ist aber weiterhin von Nöten.
















