Käsereifeiertag in Bollheim

eingetragen in: News,Produkte, eingetragen am: | 0 3 Juli 2026
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Tag der Käsehersteller Käsereifeiertag

Internationaler Tag der Käsehersteller

Ein ereignisreicher Monat liegt hinter uns. Haben Sie es gewusst? Mitten im Juni, genauer gesagt am 18. Juni, gab es einen ganz besonderen Feiertag, den Internationalen Tag der Käsehersteller. Während im Laufe des Jahres oft nur das fertige Produkt gefeiert wird, ging es an diesem Tag ganz bewusst um die Menschen hinter dem Geschmack. Es ging um unsere Käserinnen und Käser, die täglich mit viel Herzblut, Geduld und echter Handarbeitskunst dafür sorgen, dass aus frischer Milch ein kleines Meisterwerk wird. Käse herstellen ist für unser Team kein normaler Job, sondern eine echte Berufung. Das bedeutet früh aufstehen Tag für Tag. Wenn die Welt noch schläft, laufen bei uns schon die Kessel heiß. Zudem ist die Käseherstellung echte Knochenarbeit. Vom perfekten Zeitpunkt des Käsebruchs über das Wenden der schweren Laibe bis hin zur monatelangen Pflege im Reifekeller. Guter käse lässt sich nicht per Knopfdruck herstellen. Er braucht lebendige Kulturen, Zeit und das Fingerspitzengefühl erfahrener Meister. Auch wenn der Aktionstag für dieses Jahr schon wieder vorbei ist, unsere Leidenschaft für das Handwerk bleibt an jedem einzelnen Tag im Jahr gleich. Wenn Sie das nächste Mal ein Stück unseres Käses genießen, schmecken Sie vielleicht die Geduld und die harte Arbeit, die in jedem einzelnen Gramm stecken.

Hier auf Haus Bollheim wird schon seit über 40 Jahren handwerklich gekäst. Anfänglich beschränkte sich das Sortiment auf Joghurt, Quark, Trinkmilch und Gouda. Im Laufe der Jahrzehnte hat jede Käserin und jeder Käser das Sortiment erweitert, sodass wir heute eine breite Produktpalette anbieten können. Unsere Käserei beschäftigt derzeit 8 Mitarbeitende und verarbeitet täglich rund 1000 Liter Milch.

Wir möchten uns herzlich bei Ihnen bedanken, denn mit Ihrer Treue und Ihrer Liebe zu gutem Geschmack unterstützen Sie nicht nur ein regionales Produkt, sondern sorgen auch dafür, dass dieses traditionsreiche Handwerk lebendig bleibt. Genießen Sie den Sommer, am besten mit einem guten Stück Käse.

von Carmen Drechsel

Rindfleischpakete – jetzt vorbestellen zum 9.7.

eingetragen in: Anzeigen im Menu Aktuelles,News,Produkte, eingetragen am: | 0 23 Juni 2026
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Rindfleischpakete Rind

Sie möchten hochwertiges, aromatisches Rindfleisch genießen – direkt vom Hof?

Unser Rindfleisch steht für beste Qualität, regionale Herkunft und höchste Bio-Standards aus Demeter-Landwirtschaft.

Jetzt das 5-kg-Paket vorbestellen!

Unsere rotbunten Doppelnutzungsrinder vereinen das Beste aus zwei Welten: Die Milch unserer Kühe wird in der hofeigenen Käserei zu feinen Spezialitäten verarbeitet, während die Tiere gleichzeitig eine hervorragende Fleischqualität entwickeln.

Durch diese Form der Tierhaltung setzen wir bewusst ein Zeichen gegen die zunehmende Spezialisierung in der Landwirtschaft – und für mehr Ganzheitlichkeit und Tierwohl. Für uns bedeutet das: weniger Leistungsdruck, mehr Zeit und ein gutes Leben für unsere Tiere.

Damit wir auch in Zukunft unsere Käsespezialitäten herstellen können, ist eine wertschätzende Fleischvermarktung ein wichtiger Teil unseres Hofkonzeptes.

Unsere Tiere werden stressfrei direkt vor Ort geschlachtet, ohne lange Transportwege.

Seit Mai bieten wir erstmalig unsere 5-kg-Rindfleischpakete an. Am 9. Juli ist es wieder soweit. Jetzt vorbestellen.

Um das gesamte Tier sinnvoll zu verwerten, enthalten die Pakete eine vielfältige Auswahl an Teilstücken. Jedes Paket ist individuell zusammengestellt – kleine Abweichungen gleichen wir selbstverständlich mit gleich- oder höherwertigen Stücken aus.

Vorbestellungen sind im Hofladen oder auf unseren Kölner Wochenmärkten möglich.

Weitere Informationen zu Inhalt und Vorbestellung

Ökologisch angebaute Bollheimer Schnittblumen

eingetragen in: Gemüse – Ackerbau,News,Produkte, eingetragen am: | 0 9 Juni 2026
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Seit Jahren Mitglied der Slowflower-Bewegung

Auf Haus Bollheim beschäftigen wir uns nicht nur mit der nachhaltigen Produktion von gesunden Lebensmittenl, sondern seit einigen Jahren auch immer intensiver mit dem ökologischen Anbau von Schnittblumen. Dieser Bereich konnte in den letzten Jahren, dank gestiegener Nachfrage, stetig wachsen. Mittlerweile bauen wir etwa 30 bis 40 verschiedene Schnittblumenarten an, die zu farbenfrohen Sträußen gebunden werden. Im Sommer sind diese Sträuße auf unseren Kölner Wochenmärkten und im Hofladen erhältlich. Zusätzlich trocknen wir geeignete Blüten und binden Trockensträuße, so dass Bollheim auch außerhalb des Sommers bei Ihnen zuhause blühen kann.

Blumenacker zur Selbsternte geöffnet

Seit wenigen Tagen haben wir zudem unseren Blumenacker für die Selbsternte geöffnet. Der Acker liegt am rechten Straßenrand, wenn Sie auf den Hof zu fahren, er ist nicht zu übersehen. Wir haben vor dem Acker ein Schild aufgestellt, auf welchem die Selbsternte erklärt wird. Seien Sie gerne kreativ und beginnen Sie mit dem Binden wunderschöner Sträuße. Falls Ihnen Ihr Strauß besonders gut gefällt, lassen Sie uns daran teilhaben und senden Sie gerne ein Foto an gemuese@bollheim.de.

Sollten Sie Interesse an Blumensträußen für besondere Anlässe haben, kontaktieren Sie uns gerne ebenfalls über gemuese@bollheim.de. Wir melden uns dann bei Ihnen und sind gespannt zu erfahren, was Sie sich vorstellen.

Schnittblumenernte

Alter Kessel raus, neuer Kessel rein

eingetragen in: Hofleben,News,Produkte, eingetragen am: | 0 28 Apr. 2026
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Alter KäsekesselNeuer Käsekessel

20 Jahre lang war dieser Kessel ein fester Teil unseres Alltags. Tag für Tag hat er zuverlässig seinen Dienst getan – und ein gutes Stück Bollheimer Geschichte mitgeschrieben.

Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge, als ich gerade die Verantwortung für die Milchverarbeitung übernommen hatte. Die Mengen wuchsen schneller, als wir gedacht hatten, und bald reichten die vorhandenen Kessel nicht mehr aus. Gleichzeitig war mir klar: Als junger Familienvater wollte ich nicht ständig auch sonntags arbeiten müssen.

Also machten wir uns auf den Weg – ein kleiner Familienausflug nach Amsterdam mit unserer Tochter. Auf dem Rückweg hielten wir bei van`t Riet und kauften einen damals schon rund 30 Jahre alten Kessel. Eine Entscheidung, die sich mehr als ausgezahlt hat.

Immer wenn die Milchmenge über 900 Liter am Tag lag, war er zur Stelle. Mit ihm wurden in Bollheim schätzungsweise rund 400 Tonnen Käse hergestellt – eine beeindruckende Menge, die ohne ihn so nicht möglich gewesen wäre.

Nun ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen. Der alte Kessel hat seinen Dienst getan. An seiner Stelle steht jetzt ein neuer – wieder von van`t Riet aus den Niederlanden. Diesmal fabrikneu, ganz ohne Umweg über Amsterdam, aber mit genauso viel Bedeutung für unsere Arbeit.

Auch wenn wir heute mehr Milch verarbeiten, ist die Größe gleichgeblieben – ein größerer Kessel hätte schlicht nicht in unsere kleine Käserei gepasst. Und wie schon damals war es auch diesmal eine Herausforderung, den Kessel an seinen Platz zu bringen.

Jetzt beginnt ein neues Kapitel: mit moderner Technik, etwas mehr Komfort – und der gleichen Leidenschaft. Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft viele Tonnen echten Bollheimer Käse herzustellen. Olaf Seyd

Die Bollheimer Eier-Vielfalt

eingetragen in: Milchvieh – Hühner,News, eingetragen am: | 0 25 März 2026
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Eier braun

Momentan gibt es auf Bollheim vier verschiedene Hühnerrassen und ab April kommt noch eine fünfte dazu! Zeit, Ihnen die Scharen vorzustellen:

Vier Rassen mit unterschiedlichen Eigenschaften

Wie Sie sicherlich schon bemerkt haben, gibt es seit letztem Herbst auf Bollheim – eher ungewohnt- schneeweiße Eier. Das liegt daran, dass wir eine neue Hühnerrasse kennenlernen wollten. Sie heißt Deklab white. Die Hennen sind weiß, mittelgroß mit steil aufgerichteten Schwanzfedern, sehr friedlich, legefreudig und glucken kaum, d.h. sie sitzen nicht lange auf ihren Eiern.

Eine seit langem vertraute Rasse sind die ISA Warren Hennen, welche die braunen Eier legen. Sie sind braun, mittelgroß und bleiben gerne mal einige Zeit auf den Eiern sitzen. Das sorgt vor den Nestern auch schon mal für Geschimpfe von den Hühnern, die noch ihre Eier legen wollen…

Eine weitere weiße Rasse sind die Sandy-Hühner. Sie legen hauptsächlich cremeweiße Eier, unter die sich immer einige ins milchkaffee-gehende Eier mischen. Sie sind ebenfalls mittelgroß, etwas scheuer und flattern viel, vor allem in ihrer Jugend. Die unternehmungslustigsten unter ihnen muss man manchmal auf der weiten Wiese einsammeln und in den Stall zurückbringen.

Seit ein paar Jahren fester Bestandteil unserer Hühner sind die ÖTZ- Zweinutzungshühner. Zurzeit gibt es die Rasse ÖTZ (Ökologische Tier Zucht) Cream – eine weiße Rasse mit etwas mehr Gewicht. Die Hennen legen weniger als die anderen Rassen, dafür werden sie aber etwas schwerer. Die Hühner besitzen ein ausgeglichenes Temperament. Die Eier sind hauptsächlich cremeweiß, aber insgesamt etwas dunkler als die Eier der Sandy-Hühner.

Zur Einstimmung auf Ostern bieten wir Ihnen wieder mit Naturfarben wunderschön gefärbte Eier an. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen schöne Osterfeiertage.

Markus Hildebrandt

Eier-VielfaltEier-Vielfalt

Start in die neue Gemüsebausaison

eingetragen in: Gemüse – Ackerbau,News, eingetragen am: | 0 13 Feb. 2026
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Salatpflanzen

Wir starten in eine neue Gemüsebausaison, der Frühling ist greifbar nah.

Hier auf Haus Bollheim pflanzen wir das erste Gemüse immer bereits Anfang Februar. So früh im Jahr nur in die Folientunnel, so dass die jungen Pflanzen vor der winterlichen Witterung geschützt werden. Hier entwickeln sich die Pflanzen zu Beginn langsam, da wir unsere Tunnel nicht beheizen. Scheint jedoch die Sonne, heizen sich die Folientunnel schnell auf und ermöglichen ein schnelleres Wachstum der Pflanzen.

 Wie im letzten Jahr wird es in diesem Frühjahr wieder Salate, Kräuter, Radieschen und Rübstiel geben. Zusätzlich bauen wir in diesem Jahr zum ersten Mal Catalogna an. Dies ist eine grüne oder auch rote Blattzichorie, die in der italienischen Küche oft Verwendung findet. Wir sind gespannt, wie sich diese neue Pflanze hier auf Haus Bollheim entwickeln wird, wir hoffen, dass sie unser Sortiment dauerhaft bereichert.

Die erste Pflanzaktion ist eine echte Teamarbeit, bei der alle Gärtner*innen zusammenkommen. In den Folientunneln können wir nicht, wie auf dem Acker, mit unserer Pflanzmaschine pflanzen, sondern machen dies ausschließlich händisch. Das ist aufwendig, macht im großen Team aber auch besonders viel Spaß. Die Gespräche dabei sind gut, alle freuen sich über das frische grün und auf den nahenden Frühling.

Natürlich ernten wir auch momentan weiterhin permanent frisches Gemüse aus den Folientunneln und vom Acker. Hier sind noch ausreichende Mengen vorhanden, sodass unser Angebot an frischem Grün das Frühjahr über groß bleiben wird. Darüber freuen wir uns sehr.

Einzigartig: Bollheimer Rotweinkäse

eingetragen in: News,Produkte, eingetragen am: | 0 5 Dez. 2025
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Käse im RotweinbadRotweinkäse im Lager

Wie unser einzigartiger Bollheimer Rotweinkäse entstand

Zur Weihnachtszeit im vergangenen Jahr wünschte sich Meike, unsere Käseverkäuferin auf dem Kölner Samstagsmarkt, einen besonderen Weihnachtskäse für unsere Kund*innen. Zunächst überlegte ich, ein völlig neues Herstellungsverfahren auszuprobieren. Das birgt jedoch immer das Risiko, dass man das Ergebnis erst beurteilen kann, wenn der Käse vollständig gereift ist. Da wir uns aber fest vorgenommen hatten, einen lang gereiften Käse zu Weihnachten anzubieten, mussten wir bereits im Frühjahr mit der Produktion beginnen.

Schließlich kam mir die Idee, Bewährtes neu zu kombinieren. Wir haben einen ausgezeichneten, lange gereiften Bergkäse, den wir „Pikantus“ nennen, sobald er älter als sechs Monate ist – dieses Rezept sollte die Grundlage bilden. Gleichzeitig haben wir im Frühjahr die hervorragende Schafsmilch vom Hof Hubertusblick, die dem Bergkäse einen besonderen Charakter verleihen könnte. Damit das Ergebnis jedoch nicht zu sehr unserem Schafsschnittkäse ähnelt, habe ich der Schafsmilch nochmals die gleiche Menge Kuhmilch hinzugegeben.

Der daraus entstandene Käse sah dem Bergkäse nach der Herstellung täuschend ähnlich; nur das Kürzel „SK“ auf der Rinde erlaubte uns, während der Reifung eine eindeutige Zuordnung. Bis September durfte er in unserem Lager heranreifen. Eigentlich wollte ich ihn mit einer klassischen Rotschmiererinde verkaufen. Doch dann hatte Carmen – inspiriert von einem Käsekurs auf Schloss Hamborn – die wunderbare Idee, dem Käse noch ein vierwöchiges Rotweinbad zu gönnen. Das Ergebnis ist ein wirklich unverwechselbarer Rotweinkäse, der so viel Begeisterung ausgelöst hat, dass er wohl schon vor Weihnachten ausverkauft sein wird. Im nächsten Jahr werden wir deshalb mehr davon herstellen.

von Olaf Seyd

Landwirtschafts­praktikum in Bollheim

eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 11 Nov. 2025
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Zwiebelernte mit SchülerInnen Küchengruppe Landwirtschaftspraktikum

Jetzt, Anfang November, ist die diesjährige Saison der Praktika von Waldorfschulen auf Haus Bollheim vorbei. Jedes Jahr absolvieren fünf Waldorfschulklassen für eine oder zwei Wochen ihr Landwirtschaftspraktikum – im Schuljargon LWP – bei uns. Jeweils die neunte/n Klasse aus Bonn, Herne, Mainz und Aachen besuchen uns im ganzen Klassenverband und arbeiten mit uns in Gemüsebau, Land- und Hauswirtschaft. Die Termine liegen im Frühjahr im Mai und Juni und im Herbst im September und Oktober. In diesen Monaten können wir sinnvolle Arbeit für Gruppen von 20 bis 35 Menschen, sprich Schulklassen, anbieten. Die Zusammenarbeit wird sehr bereichert durch unser langjähriges Miteinander. Mit allen Schulen arbeiten wir schon länger als 20 Jahre zusammen.

Frischer Wind im Alltag

Das LWP auf Haus Bollheim ist eine vielschichtige Angelegenheit. Es lebt von der Begeisterung und dem Engagement aller Beteiligten. Für die Bollheimer*innen bedeutet das LWP unter anderem Hilfe bei der Arbeit, sich einstellen auf die Bedürfnisse von 15-Jährigen, Herausforderung und frischen Wind im Alltag. Die meisten Jugendlichen, die uns besuchen, haben keine Erfahrung mit dem Leben und Arbeiten auf einem Bauernhof. Es ist für sie eine körperliche, seelische und soziale Herausforderung, so viel Neues in so kurzer Zeit zu erleben.

„Wir haben unser Kind kaum wieder erkannt“ konnte man nach der Rückkehr aus dem Landwirtschaftspraktikum von mehr als nur einem Elternhaus hören: Ausgeglichener, kooperativer, aufmerksamer für das, was zu tun ist, mit wertschätzendem bzw. kritischem Blick auf hochwertige Nahrungsmittel. „Frischer, wie seelisch gelüftet kam unser fünfzehnjähriger Jugendlicher aus dem Landwirtschaftspraktikum zurück“.

Mit allen Sinnen erfahren

„Den Menschen zu erden, wenn er droht, innerlich sich zu verlieren, also auf dem Höhepunkt der Pubertät, hilft das Landwirtschaftspraktikum“. So schreibt die Aachener Waldorfschule den Sinn des Landwirtschaftspraktikum in der neunten Klasse und fährt fort: „Die Schüler erfahren in dieser Zeit einmal mit dem ganzen Körper und allen Sinnen, woher unsere Nahrungsmittel kommen und welche Mühen notwendig sind.“

Als Beispiel aus der Praxis, geschildert von langjährigen LWP-Betreuern der Waldorfschule Mainz: „Die Haus- oder Küchengruppe sorgt für die Verköstigung ihrer Klasse. Es gibt Frühstück, Kaffeepausensnack, Mittagessen und Abendessen. Für das Mittagessen werden insgesamt ca. 70 Portionen Salat, Hauptgericht und Nachtisch hergestellt. Und das alles immer aus frischen Zutaten. Zudem hat die Gruppe für Sauberkeit und Ordnung im Haus zu sorgen. Nebenbei wurden in der ersten Woche für das Hoffest 140 Liter Apfelbrei gekocht.“ Die Mainzer Schüler*innen und Schüler unterstützen uns jedes Jahr tatkräftig bei der Ausrichtung unseres Hoffests.

Ende Oktober hat uns die neunte Klasse der Aachener Waldorfschule besonders bei der Sellerie- und Rotkohlernte sehr geholfen. Beim Pflanzen des Feldsalats im Folienhaus arbeiteten sie bemerkenswert selbständig und gründlich. Vielen Dank dafür.

Frank Sikora,
Koordinator der Waldorfschulpraktika auf Haus Bollheim

Umweltfreundliche Vitamine für den Winter

eingetragen in: Gemüse – Ackerbau,News,Produkte, eingetragen am: | 0 11 Nov. 2025
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Feldsalat im Gewächshaus Feldsalaternte im Folientunnel

Wintersalate im unbeheizten Gewächshaus

Hier auf Haus Bollheim bereitet sich alles für den nahenden Winter vor. Getreu unserem Motto „Haus Bollheim, Vielfalt pflegen“, versuchen wir, auch im Winter, möglichst vielfältig Gemüse anbieten zu können. Neben dem Lagergemüse wie Rote Bete, Sellerie und Kürbis ernten wir über die kalten Monate hinweg auch immer frisches Gemüse direkt vom Acker. Lauch, Rosenkohl, Sprossenkohl und Grünkohl trotzen dem Frost. Die Ernte macht bei kaltem Schneeregen nicht immer Spaß, aber wie sagt man so schön, „nur die Harten kommen in den Garten“.

Darüber hinaus ernten wir in unseren Gewächshäusern den ganzen Winter über Feldsalat und Schnittsalate. Momentan pflanzen wir alle Häuser fleißig voll. Die Pflanzen können nun noch die letzten sonnigen Tage gut gebrauchen, um anzuwachsen. Jetzt, wo die Tage deutlich kürzer und kälter werden, wachsen unsere Pflanzen bedeutend langsamer als im Sommer, das ist logisch. Wir könnten unseren Salaten im Gewächshaus etwas auf die Sprünge helfen, indem wir Häuser beheizen. Darauf verzichten wir bewusst. Der Energieaufwand, um einen Folientunnel zu beheizen ist enorm und alles andere als umweltfreundlich. Die Pflanzen wachsen auch ohne Heizung, nur eben bedeutend langsamer.  

Eine genügsame Winterkultur

Eine sehr genügsame Winterkultur ist der Feldsalat. Er wächst auch bei sehr niedrigen Temperaturen weiter, genau genommen bis zu einer Temperatur von 5°C. Wird diese Temperatur unterschritten, gibt es für den Moment keinen Zuwachs mehr. Zudem ist der Feldsalat besonders frosthart. Fröste von bis zu -15°C stören ihn in der Regel nicht. Die Kultur von Feldsalat ist leider recht aufwendig. In unseren Folientunneln wird er gepflanzt. Dabei werden bis zu 100 Pflanztöpfchen pro Quadratmeter händisch gesetzt. Wir bepflanzen im Jahr etwa 2200 qm Gewächshausfläche. Hinzu kommt, dass der Feldsalat sehr anfällig für einen Pilz mit dem Namen „echter Mehltau“ ist. Wir versuchen möglichst resistente Feldsalat Sorten anzubauen, trotzdem tritt dieser Pilz immer mal wieder auf. Auf unseren Freilandflächen wird der Feldsalat direkt gesät. Die Arbeit für das Pflanzen entfällt. Dafür muss hier besonders darauf geachtet werden, dass Beikräuter den Feldsalat nicht überwachsen, da er sich langsamer entwickelt als der gepflanzte Salat. Der Arbeitsaufwand dafür kann ebenfalls enorm sein. Aber die Arbeit lohnt sich. Der Feldsalat schmeckt mit seinem leicht nussigen Aroma nicht nur fantastisch, sondern bietet uns zudem die Möglichkeit, energiearm frisches grünes Blattgemüse im Winter regional zu produzieren. Wir wollen ihn nicht mehr missen, Sie bestimmt auch nicht, oder?

Ihr Lucas Miano

Im Käse­schlaraffen­land – Die Cheese

eingetragen in: News,Produkte, eingetragen am: | 0 8 Okt. 2025
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Carmen und Regina auf der Cheese Käseverkostung an unserem Stand auf der Cheese

Schon während meiner Ausbildung zur Käserin vor einigen Jahren hörte ich immer wieder von der „Cheese“. Ein kleiner verschlafener italienischer Ort namens Bra im Piemont mit 30.000 Einwohnern wird alle zwei Jahre zum weltgrößten Käseschlaraffenland.

Die größte Rohmilchkäse-Messe der Welt

Über 400 Käseproduzenten aus ganz Europa, verteilt im ganzen Ort, bieten ihre handwerklich hergestellten Käsevariationen an über 300.000 Besucher aus der ganzen Welt an. Affineure, Produzenten, Käsebuchautoren, die angesagtesten Käseinfluencer (ja die gibt es wirklich!) und Käseliebhaber strömen tagelang in die Stadt. Dementsprechend aus dem Häuschen war ich, als Anfang Mai die Anfrage von Slowfood Deutschland und der Hofgemeinschaft Heggelbach (einer befreundeten Käserei vom Bodensee) kam, daran teilzunehmen. Sofort war klar, wir sind dabei! In der Folge kästen wir einige bollheimer Käseklassiker als Rohmilchvariante. Ende September machte ich mich mit 100 Kg Käse im Gepäck auf den Weg nach Bra, 1,5 Stunden von Turin entfernt.

Vier Tage voll inspirierender Begegnungen

Es waren vier sensationelle Tage. Die Italiener liebten unseren Roten Bollheimer und den Bierkäse in der Rohmilchvariante, ganz zu schweigen von unserem alten Pikantus. Es waren Tage voller Austausch, neuen Kontakten, interessanten Gesprächen mit käsebegeisterten Menschen und natürlich habe ich eine ganze Menge Käse probiert. Es war mal wieder beeindruckend zu erleben, wie vielseitig und schön die handwerkliche Milchverarbeitung in Europa ist (etwas, das nicht verloren gehen darf!). Wie viele Menschen ihr Herzblut in ihre Arbeit stecken und vor allem: wie viele Personen zu schätzen wissen, gute und besondere Lebensmittel verkosten zu dürfen. Mir wurde mal wieder bewusst, wie schön mein Beruf ist.

Es war mir eine Ehre die deutsche Rohmilchkäseproduktion auf der „Cheese“ vertreten zu dürfen. Grazie mille per questa esperienza.

Carmen Drechsel

Carmen verkauft Käse auf der CheeseKäseturmKäsekuriositäten auf der CheeseKäsekuriositäten auf der Cheese

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