Alter Kessel raus, neuer Kessel rein

eingetragen in: Hofleben,News,Produkte, eingetragen am: | 0 28 Apr. 2026
eingetragen in: Hofleben,News,Produkte, eingetragen am: | 0 28 Apr. 2026

Alter KäsekesselNeuer Käsekessel

20 Jahre lang war dieser Kessel ein fester Teil unseres Alltags. Tag für Tag hat er zuverlässig seinen Dienst getan – und ein gutes Stück Bollheimer Geschichte mitgeschrieben.

Ich erinnere mich noch gut an die Anfänge, als ich gerade die Verantwortung für die Milchverarbeitung übernommen hatte. Die Mengen wuchsen schneller, als wir gedacht hatten, und bald reichten die vorhandenen Kessel nicht mehr aus. Gleichzeitig war mir klar: Als junger Familienvater wollte ich nicht ständig auch sonntags arbeiten müssen.

Also machten wir uns auf den Weg – ein kleiner Familienausflug nach Amsterdam mit unserer Tochter. Auf dem Rückweg hielten wir bei van`t Riet und kauften einen damals schon rund 30 Jahre alten Kessel. Eine Entscheidung, die sich mehr als ausgezahlt hat.

Immer wenn die Milchmenge über 900 Liter am Tag lag, war er zur Stelle. Mit ihm wurden in Bollheim schätzungsweise rund 400 Tonnen Käse hergestellt – eine beeindruckende Menge, die ohne ihn so nicht möglich gewesen wäre.

Nun ist die Zeit gekommen, Abschied zu nehmen. Der alte Kessel hat seinen Dienst getan. An seiner Stelle steht jetzt ein neuer – wieder von van`t Riet aus den Niederlanden. Diesmal fabrikneu, ganz ohne Umweg über Amsterdam, aber mit genauso viel Bedeutung für unsere Arbeit.

Auch wenn wir heute mehr Milch verarbeiten, ist die Größe gleichgeblieben – ein größerer Kessel hätte schlicht nicht in unsere kleine Käserei gepasst. Und wie schon damals war es auch diesmal eine Herausforderung, den Kessel an seinen Platz zu bringen.

Jetzt beginnt ein neues Kapitel: mit moderner Technik, etwas mehr Komfort – und der gleichen Leidenschaft. Wir freuen uns darauf, auch in Zukunft viele Tonnen echten Bollheimer Käse herzustellen. Olaf Seyd

Hühner, Eier und Ostern

eingetragen in: Hofleben, eingetragen am: | 0 19 März 2026
eingetragen in: Hofleben, eingetragen am: | 0 19 März 2026

Osternester basteln Bollheimer Hühner

Ostern steht vor der Tür, ein guter Zeitpunkt, um unsere fleißigen Hühner vorzustellen.

Führung und Eiersuche am Ostersamstag

Wenn Sie unsere Hühner hautnah erleben wollen, kommen Sie zu einer Führung vorbei. Am Ostersamstag werden wir die Ställe besuchen, gemeinsam Eier sammeln, Informationen austauschen und die Tiere betrachten. Wer möchte, kann auch ein Huhn auf den Arm nehmen. Für die Kinder gibt es noch eine Osternest-Bastelaktion, direkt neben dem Hofcafé.

Im Hofcafé können Sie am Ostersamstag von 9:00 bis 14:00 ein kulinarisches Osterangebot genießen. Verweilen Sie zu Kaffeespezialitäten aus der Siebträger-Maschine, Osterfrühstück und herzhaften Speisen in unserem Hofcafé im Grünen und Bauernhof-Flair.

Wir freuen uns auf Sie.

Landwirtschafts­praktikum in Bollheim

eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 11 Nov. 2025
eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 11 Nov. 2025

Zwiebelernte mit SchülerInnen Küchengruppe Landwirtschaftspraktikum

Jetzt, Anfang November, ist die diesjährige Saison der Praktika von Waldorfschulen auf Haus Bollheim vorbei. Jedes Jahr absolvieren fünf Waldorfschulklassen für eine oder zwei Wochen ihr Landwirtschaftspraktikum – im Schuljargon LWP – bei uns. Jeweils die neunte/n Klasse aus Bonn, Herne, Mainz und Aachen besuchen uns im ganzen Klassenverband und arbeiten mit uns in Gemüsebau, Land- und Hauswirtschaft. Die Termine liegen im Frühjahr im Mai und Juni und im Herbst im September und Oktober. In diesen Monaten können wir sinnvolle Arbeit für Gruppen von 20 bis 35 Menschen, sprich Schulklassen, anbieten. Die Zusammenarbeit wird sehr bereichert durch unser langjähriges Miteinander. Mit allen Schulen arbeiten wir schon länger als 20 Jahre zusammen.

Frischer Wind im Alltag

Das LWP auf Haus Bollheim ist eine vielschichtige Angelegenheit. Es lebt von der Begeisterung und dem Engagement aller Beteiligten. Für die Bollheimer*innen bedeutet das LWP unter anderem Hilfe bei der Arbeit, sich einstellen auf die Bedürfnisse von 15-Jährigen, Herausforderung und frischen Wind im Alltag. Die meisten Jugendlichen, die uns besuchen, haben keine Erfahrung mit dem Leben und Arbeiten auf einem Bauernhof. Es ist für sie eine körperliche, seelische und soziale Herausforderung, so viel Neues in so kurzer Zeit zu erleben.

„Wir haben unser Kind kaum wieder erkannt“ konnte man nach der Rückkehr aus dem Landwirtschaftspraktikum von mehr als nur einem Elternhaus hören: Ausgeglichener, kooperativer, aufmerksamer für das, was zu tun ist, mit wertschätzendem bzw. kritischem Blick auf hochwertige Nahrungsmittel. „Frischer, wie seelisch gelüftet kam unser fünfzehnjähriger Jugendlicher aus dem Landwirtschaftspraktikum zurück“.

Mit allen Sinnen erfahren

„Den Menschen zu erden, wenn er droht, innerlich sich zu verlieren, also auf dem Höhepunkt der Pubertät, hilft das Landwirtschaftspraktikum“. So schreibt die Aachener Waldorfschule den Sinn des Landwirtschaftspraktikum in der neunten Klasse und fährt fort: „Die Schüler erfahren in dieser Zeit einmal mit dem ganzen Körper und allen Sinnen, woher unsere Nahrungsmittel kommen und welche Mühen notwendig sind.“

Als Beispiel aus der Praxis, geschildert von langjährigen LWP-Betreuern der Waldorfschule Mainz: „Die Haus- oder Küchengruppe sorgt für die Verköstigung ihrer Klasse. Es gibt Frühstück, Kaffeepausensnack, Mittagessen und Abendessen. Für das Mittagessen werden insgesamt ca. 70 Portionen Salat, Hauptgericht und Nachtisch hergestellt. Und das alles immer aus frischen Zutaten. Zudem hat die Gruppe für Sauberkeit und Ordnung im Haus zu sorgen. Nebenbei wurden in der ersten Woche für das Hoffest 140 Liter Apfelbrei gekocht.“ Die Mainzer Schüler*innen und Schüler unterstützen uns jedes Jahr tatkräftig bei der Ausrichtung unseres Hoffests.

Ende Oktober hat uns die neunte Klasse der Aachener Waldorfschule besonders bei der Sellerie- und Rotkohlernte sehr geholfen. Beim Pflanzen des Feldsalats im Folienhaus arbeiteten sie bemerkenswert selbständig und gründlich. Vielen Dank dafür.

Frank Sikora,
Koordinator der Waldorfschulpraktika auf Haus Bollheim

Hin und wieder zurück

eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 8 Okt. 2025
eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 8 Okt. 2025

Laura Gemüsemarktstand

Einblicke in einen Bollheimer Markttag

Haus Bollheim liegt genau 47km vom Neusser Platz an der Agneskirche in Köln entfernt. Diesen Weg nehmen der Bollheimer Gemüse-LKW und der Käsewagen, denn dort findet donnerstags der Ökomarkt statt. Doch beginnen wir von vorn.  Es ist noch dunkel, wenn wir um 4.30h am Hof den LKW mit 15 Rollwagen frischer Marktware beladen. Danach wird an der Bäckerei noch das frische Brot eingeladen, dann kann es losgehen. Abfahrt ist um 5.00h, wenn im Stall das Licht angeht. Häufig grüßen wir noch die Stallkollegin oder den -kollegen, deren Schicht gerade beginnt.

Früh morgens geht es auf nach Köln

Unser Ziel in Köln erreichen wir um 6.00h nach etwa einer Stunde Fahrt. Erstaunlich, was alles in den folgenden zwei Stunden, bis um 8.00h die ersten Kunden eintreffen, passiert. Kartoffeln, Kohl und Co. wollen ausgeladen, ausgepackt und auf ansprechende Weise präsentiert werden. Bei der Fülle, die wir momentan an Gemüse aus eigenem Anbau anbieten können, müssen nicht selten noch zusätzliche Kistenstapel aufgebaut werden, damit alles seinen Platz findet.

Reges Treiben herrscht auch früh schon im Käsewagen. Joghurt, Quark sowie unsere diversen Käsespezialitäten werden ausgepackt, in der Theke ausgelegt oder in Schränken und Schubladen verstaut. Auch Brot und Eier müssen ihren Platz noch finden.

Viele unserer Stammkund*innen kommen früh – wahre Bollheim-Wiederholungstäter*innen, die unsere Produkte schätzen und mit Ihrem Einkauf unsere Arbeit aktiv seit Jahren, manchmal sogar seit Jahrzehnten, unterstützen. Die wollen wir natürlich nicht warten lassen!

Ein letzter kritischer Blick über die Auslage und man spürt die Mühe und Liebe der Kolleg*innen, die unseren Bollheimer Produkte ihren besonderen Charakter verleihen. Beim Feldsalat beispielsweise denken wir an Lucas, Ruth und Sandra, die in gesät, gepflanzt, gehegt und geerntet haben. Und auch an Mario, der ihn gewaschen und auf den Marktrolli gepackt hat. Diese Menschen machen bei unserem Angebot den Unterschied aus.

Am heutigen Donnerstag ist besonders viel los, da der folgende Freitag ein Feiertag ist. Das hohe Kundenaufkommen erschwert uns die Übersicht, wer als Nächste oder Nächster an der Reihe ist, doch glücklicherweise achten unsere Kund*innen meist aufeinander. Kiloweise verlassen Möhren, Zwiebeln und Co. die Theke, die Rollwagen leeren sich und zu späterer Marktstunde sind manche Produkte leider bereits ausverkauft.

Für uns allerdings ist das ein Segen, denn wenn möglichst wenig Ware wieder eingeräumt und eingeladen werden muss, dann fällt der ab 14.00h beginnende Abbau deutlich leichter und wir fahren mit einem guten, erfolgreichen Gefühl zurück zum Hof. Was morgens zwei Stunden brauchte, um ausgeladen und aufgebaut zu werden, ist in 30-40 Minuten wieder abgebaut und eingeladen. Zurück zum Hof fahren wir dieselben 47km, die wir morgens um 5h schon genommen haben.

Hin und wieder zurück!
Vielen Dank für Ihre Treue!

Laura Schmees

Lauras AngebotstafelGemüsemarktstand in Köln

Von Wut, Frauen und Gemüse

eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 5 Sep. 2025
eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 5 Sep. 2025

Salaternte Salaternte auf dem Bollheimer Acker

Ich stehe auf dem Gemüseacker. Es ist kurz vor sieben in der Früh und die aufgehende Sonne taucht alles in ein sanftes rötliches Licht. Es ist kühl. Der leichte Nebelschleier, welcher über dem Gemüsefeld wabert, verströmt eine gewisse Melancholie des fast vergangenen Sommers. Vielleicht riecht es sogar schon ein bisschen nach Herbst. Ich ernte Salat, der feucht und kühl vom Tau durch meine Hände in die Kisten wandert. Eigentlich eine friedliche Kulisse. Doch irgendwie ist da eine Wut in mir. Sie fühlt sich warm an, irgendwo in meinem Bauch. Sie drückt, wandert in den Hals, strampelt wie ein Baby im Bauch und gibt auf. Woher sie kommt, weiß ich nicht so richtig. Vielleicht ist es auch Hunger.

Vielleicht die Diskussion gestern auf dem Markt, warum unser Gemüse so teuer ist oder die ungläubigen Blicke, der meist älteren Männer, wenn wir drei Frauen den Marktanhänger an den LKW anhängen und hinters Steuer steigen.

Vielleicht das Telefonat mit meinem Bruder und seinen Sorgen, dass die Milchkuhhaltung meinem Vater und ihm, so wie es im Moment aussieht, keine richtige finanzielle Zukunft bieten kann. Wie wir auch hier abends am Tisch in der WG immer wieder diskutieren, was der ökologische Landbau und unser Beruf für eine Perspektive hat.

Mir fällt auf, dass sie Kraft hat diese Wut. Eine Art Energie, die nach außen drängt. Liegt Wut nicht meist ein Wunsch nach Veränderung inne? Etwas so nicht hinnehmen zu wollen, wie es ist? Ich schneide Salat. Kiste für Kiste. 60 Stück werden es heute wohl sein. Wieso stehe ich hier inmitten dieser Fülle und anderswo ist nichts da, Hunger ein Todesurteil? Die Vögel zwitschern.

Warum ist Wut so ein schambehaftetes Gefühl? Eins das wir verurteilen, wenn es nach draußen dringt. Geht nicht jeder Revolution, jeder großen Umwälzung, die Wut voraus? Mir kommen die Bauernaufstände in den Sinn, welche sich dieses Jahr zum 500. Mal jähren. In welchen die Bauern für die Aufhebung der Leibeigenschaft, die Minderung von Abgaben und politische Mitbestimmung kämpften. Auf ihr Leben am Existenzminimum aufmerksam machen wollten. Die damaligen Forderungen von 1525 sind eine der ersten schriftlichen Forderungen nach Menschen- und Freiheitsrechten in Europa. Wut also als Antrieb, als Energie aufzubegehren.

Mein Messer ist stumpf. Ich gehe zum Hänger und greife nach dem Schleifstein. Ist Wut nicht auch etwas, was sich durch die Linien meiner Vorfahrinnen zieht? In all ihren Facetten? Standen sie vielleicht auch so auf dem Feld wie ich jetzt, mit einer Wut im Bauch?

Ich habe den Gemüseacker aus freien Stücken gewählt. Die drei Linien Frauen vor mir, weil sie mussten. Die Urgroßmutter, weil ihr Mann im Krieg gefallen war, meine Oma, weil sie keine Ausbildung zur Apothekerin machen durfte, «Arbeit für dich haben wir daheim genug». Und meine Mutter, weil es keinen Sohn gab, der den Hof hätte übernehmen können. Als Anerkennung für den besten Abschluss an der landwirtschaftlichen Meisterschule bekam sie ein Kochbuch überreicht – ich muss fast müde in mich hineinschmunzeln. Welch ein gutes Sinnbild für so vieles…

Die Wut der vielen Frauen vor mir, nicht über ihren eigenen Lebensweg entscheiden zu können, nicht über den eigenen Körper…ob ein Kind darin wächst oder nicht, in so vieler Hinsicht abhängig zu sein. Ihre Wut hat meine Lebensrealität deutlich verändert. Ist Wut nicht eine unbändige Kraft?

Manchmal stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn alle Frauen auf Bollheim plötzlich ihre Arbeit niederlegen würden. Ich schaue mich um. Neben mir in der Petersilie sitzen heute nur Frauen, Frauen, die sich alle aus sich heraus für die Landwirtschaft, den Beruf an Pflanze und Erde, mit den Händen und im Angesicht des Wetters entschieden haben. Junge kluge starke Frauen. Etwas in mir wird sanft, der Knoten löst sich ein wenig.

Als ich mit dem Traktor und vollbeladenen Hänger mit Gärtnerinnen und Gemüse die Hofeinfahrt ein biege, erwische ich mich wie mich ein Gefühl durchströmt…Ist es ein Anflug von Stolz? Ich winke den Hofkindergartenkindern zu und bin froh, dass sie anders als in den meisten Bauernhof-Bilderbüchern, das Bild von einer Frau auf einem Traktor Tag für Tag als Realität erleben.

Hier auf dem Gemüseacker mit dem Wind in den Haaren, von Erde und Schweiß bedeckt fühle ich mich stark. Ich ziehe mit den anderen die 200 Meter langen Kulturschutznetze über den frisch gepflanzten Endiviensalat.  Sieben Frauen in einer Reihe. Wie Fischerinnen ziehen wir das Netz übers Feld. Dieses Bild berührt mich. Ich fühle mich stark, stark und auch müde, manchmal auch verletzlich, doch selten verloren in dieser Reihe zwischen euch. Stark durch meine Wut und Sanftmut, die sich mit der, der Frauen vor mir und um mich und nach mir verbindet.

von Anne-Rahel Bonn

Pflanzkisten heben Anne fährt den Erntetrecker

Das Bollheimer Gartendinner

eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 7 Aug. 2025
eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 7 Aug. 2025

Gartendinner Kräuterbutter Gartendinner Karte

Rückblick auf die Genussreise querbeet durch Bollheim

Am 12. Juli fand hier auf Haus Bollheim ein Gartendinner, das erste seiner Art, unter dem Motto „eine Genussreise querbeet durch Bollheim“, statt. Die Idee zu dieser Veranstaltung, an welcher 34 Genießende teilgenommen haben, entstand hier auf dem Hof zuerst in verschiedenen Köpfen. Der Weg zur Realisierung eines gastronomischen Abends im Bollheimer Terrassencafé mit einem sechsgängigen Menu war lang. Eine Gruppe von Mitarbeitenden hat im Vorfeld Ideen zusammengetragen, diskutiert und in Kochbüchern gestöbert bis letztlich ein fertiger Plan ausgearbeitet war.

Am Tag des Dinners haben dann noch einmal mehr motivierte Helfende angepackt und dieses Projekt unterstützt. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, dachten wir, aber auch die Gäste waren sehr beeindruckt. Nach einem erfrischenden Aperitif begaben wir uns auf einen kleinen Spaziergang zu den Gewächshäusern und unseren köstlichen Tomaten. Hier sollte der erste Gang, eine Bruschetta, serviert werden. Auf die erste Stärkung folgten dann die weiteren Gänge an einer langen Tafel im Terrassencafé: Karamellisierter Fenchel, eine erfrischende Gurkenkaltschalte, ein köstlicher Hackbraten mit gebratenem Gemüse und Unkräuterbutter, Yoghurt- und Cassis-Eis im Rotkohlblatt sowie eine beeindruckend vielfältige Käseplatte verwöhnten die Gaumen der Gäste. Das gesamte Menu wurde fast ausschließlich aus Bollheimer Produkten hergestellt und sollte einen Einblick in die Vielfalt unserer Produktion hier auf dem Hof geben.

Rückblickend schauen wir auf einen durchweg gelungenen Abend, der uns, die wir mitwirken durften, große Freude bereitet hat. Die Arbeit hat uns allen neben unseren anderen Verpflichtungen hier auf dem Hof zwar viel abverlangt, doch hat das kreative Wirken in einem motivierten Team jedem einzelnen gezeigt, wie viel Spaß Kochen und Genießen machen kann. Wir hoffen, dass wir einen solchen Abend hier auf dem Hof irgendwann einmal wiederholen können. Sollte es einen weiteren Termin geben, erfahren Sie ganz sicher hier über unseren Newsletter davon. Ihr Lucas Miano.

Gartendinner Team Gartendinner Tafel

Bericht einer FöJ-lerin

eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 7 Juli 2025
eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 7 Juli 2025

Johanna Bode, FöJ Johanna mit ihrem Konfetti-Käse

Freiwilliges ökologisches Jahr auf Haus Bollheim – ein Jahr in der Landwirtschaft

Wenn ich gefragt werde, was ich gerade so mache und darauf antworte „ein FÖJ“, werde ich meistens verwirrt angeguckt. Wenn ich dann erkläre, dass ich ein Jahr lang auf einem Hof arbeite, ist die Reaktion immer gleich:„Dann lebst du meinen Kindheitstraum!“ Ich lache dann meistens nur und frage mich, ob man in diesem Kindheitstraum auch bei Wind, Schauern und bei -2 bis 36 Grad auf dem Feld sitzt und erntet, um 5:30 Uhr in der Käserei Quark und Joghurt abfüllt oder kleine Hinterlassenschaften aus dem Stall in seinem ganzen Zimmer findet. Vermutlich eher weniger. Aber über solche Dinge sieht man gerne hinweg.

Ich bin Johanna, 18 Jahre alt und habe nach meinem Abi ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) auf Haus Bollheim absolviert. Dieses Jahr ist jetzt bereits fast vorüber.

Umfangreiche Einblicke in alle Bereiche

Als ich mein FÖJ angefangen habe, hätte ich nie damit gerechnet, wie sehr mir die Landwirtschaft gefallen würde. In den vergangenen Monaten habe ich die verschiedenen Arbeitsbereiche, die Bollheim zu bieten hat, durchlaufen. Ich habe Gemüse gepflanzt, geerntet und auf dem Markt verkauft und dabei viele neue Gemüsesorten kennengelernt wie zum Beispiel Sprossenkohl (sehr zu empfehlen angebraten mit Knoblauch) oder bunte Bete. Die Arbeit auf dem Feld schärft definitiv das Bewusstsein für saisonale Ernährung und man überlegt schon beim Ernten, was man Schönes am Abend daraus kochen könnte. Neben dem Ernten, werden die Beete noch gepflegt und von Unkraut befreit. Da man nicht einfach Pestizide spritzen kann, wird viel von Hand gejätet.

Ein halbes Jahr später stand ich dann im Stall, habe mich um die Pflege der Kälbchen gekümmert und beim Melken der Kühe geholfen. Auch wenn es zu Beginn aus Respekt vor diesen doch starken Tieren immer ein kleiner Adrenalinschub war, kein Gitter zwischen mir und den Kühen zu haben, lernt man schnell wie man sich zu verhalten hat und zwei Wochen später schlängelt man sich fröhlich durch die Kuhherde.

In der Käserei habe ich dann gemerkt, dass hinter dem Käsemachen mehr steckt als einfach nur Milch einzulaben und zu erhitzen. Wie wichtige die Größe des Käsebruchs oder die Temperatur, auf die die Milch erwärmt wird, ist, fand ich beeindruckend. Vor allem hat mich fasziniert, wie viel Handarbeit noch in den Produkten steckt.

Eigene Käse-Kreation „Bunter Bollheimer“

Als FÖJ-Projekt habe ich einen gefleckten Gouda produziert. Dafür haben wir die Milch mit Aronia und Rote Bete Saft in verschiedenen Gefäßen eingefärbt und den bunten Käsebruch am Ende vermischt und zu einem Käse gepresst.

In diesem Jahr habe ich so unglaublich viel gelernt und kann jedem, der sich noch nicht so sicher ist, was er später beruflich machen möchte oder einfach mal ein Jahr lang neue Einblicke sammeln will, ein FÖJ nur empfehlen. Ich bin sehr dankbar für die schöne Zeit hier mit vielen tollen Menschen und werde immer gerne an mein Jahr auf Bollheim zurückdenken.

 lustige Möhrenernte neugeborenes Kälbchen Bunter Bollheimer EtikettKonfettikäse "Bunter Bollheimer"

28.06 – Bollheimer Zuchtgartenerlebnis

eingetragen in: Gemüse – Ackerbau,Hofleben, eingetragen am: | 0 25 Juni 2025
eingetragen in: Gemüse – Ackerbau,Hofleben, eingetragen am: | 0 25 Juni 2025

Der Bollheimer Zuchtgarten Bollheimer Getreidezucht

Samstag, 28.06.2025 | 10.30 – 12.30 Uhr

Johanni im Zuchtgarten

Mitsommer, der Höhepunkt des Jahres. In der Bollheimer Getreidezucht ist das sicherlich so, die Pflanzen sind nun voll ausgewachsen und zeigen sich in ihrer ganzen Pracht. Auch wenn die Ernte noch nicht eingefahren ist können wir erahnen, was diese Vegetationszeit gebracht hat, was für eine Perspektive sich daraus für das nächste Jahr abzeichnet.

Patrick Schmidt (Jedem Hof sein Korn) und Hans v. Hagenow freuen sich auf Ihr Kommen. 

Kinderaktion „Wurzelkinder“ startet in die neue Saison

eingetragen in: Archiv Erlebnisprogramm,Hofleben, eingetragen am: | 0 25 Feb. 2025
eingetragen in: Archiv Erlebnisprogramm,Hofleben, eingetragen am: | 0 25 Feb. 2025

Kinderaktion OsternKinderaktion im Stall

Die „Wurzelkinder“ – Entdecke die Natur mit allen Sinnen!

Die „Wurzelkinder“ sind Teil des Haus Bollheim Erlebnisprogramms mit Meike Liebehentze für Kinder im Alter von 3–6 Jahren.

Von März bis Dezember treffen wir uns einmal im Monat auf dem Gelände von Haus Bollheim, um die Natur zu erleben, draußen zu spielen und kreativ zu arbeiten. Und wir gehen natürlich auch der Frage nach, wo kommen denn unsere Lebensmittel her? Auf den Feldern von Haus Bollheim wachsen eine Vielzahl toller Gemüsesorten, verschiedene Getreide, Kartoffeln und im Sommer auch Erdbeeren, Himbeeren, Gurken und Tomaten. Wir besuchen die Hühner, schauen, wie sie leben, und lernen die Kühe und ihre Kälbchen im Stall und auf der Weide kennen. Es wir also jede Menge erlebt, gespielt, erforscht, gebaut, gemeinsam gekocht und gegessen!

Anmeldungen unter Erlebnisprogramm.

Wandel im Hofladen

eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 10 Feb. 2025
eingetragen in: Hofleben,News, eingetragen am: | 0 10 Feb. 2025

Hilke Deinet

Hilke Deinet stellt sich vor

Wenn ich den Hofladen auf Haus Bollheim betrete, erfüllt mich immer wieder Freude und Dankbarkeit für die Vielzahl an wertvollen, hofeigenen Produkten. Alles gedeiht und wächst direkt vor Ort.

Hinter diesen wunderbaren Produkten stehen rund 80 Überzeugungstäter, die sich täglich mit viel Liebe, einer klaren Ideologie und einer ordentlichen Portion Humor und Lebensfreude dafür einsetzen, dass wir hier auf Haus Bollheim Lebensmittel in höchster Qualität produzieren und vermarkten können. Was für eine Lebensqualität – nicht nur für uns, sondern auch für unsere Kundinnen und Kunden, die das Gute vom Hof zu schätzen wissen.

Über mich – Die neue Leitung des Hofladens

Mein Name ist Hilke Deinet, und seit September 2024 bin ich in die Leitung des Hofladens eingestiegen. Vor zehn Jahren habe ich gemeinsam mit meinem Mann den zweiten Unverpackt-Laden in Deutschland gegründet, einen Bioladen in Bonn, der sich auf regionale und qualitativ hochwertige Lebensmittel spezialisiert hat. In dieser Zeit war Haus Bollheim ein wichtiger Lieferant für uns – und im Laufe der Jahre hat sich eine enge, vertrauensvolle Bindung entwickelt.

Nachhaltige, regionale Lebensmittelproduktion zu erhalten und zu stärken, ist mein Antrieb. Gute, handwerklich hergestellte Lebensmittel sind meine Passion. Mit meiner neuen Aufgabe möchte ich die Vermarktung der wertvollen Bollheim-Produkte weiter ausbauen und gleichzeitig neue Impulse setzen.

Ich freue mich, die langjährige, wertvolle Arbeit von Gabi Wolf weiterzuführen und den Hofladen in eine spannende Zukunft zu führen. Ein besonderes Ziel ist es, das Hofcafé weiter auszubauen und die Zusammenarbeit mit anderen regionalen Betrieben zu intensivieren. Zudem möchte ich das Einkaufserlebnis für unsere Kundschaft aktiv gestalten – sei es durch Verkostungen, Erzeugeraktionen oder durch eine noch intensivere Präsenz der Region bei uns im Laden.

Es freut mich sehr, Ihnen mitteilen zu können, dass uns Gabi Wolf über ihren Eintritt ins Rentenalter hinaus als wertvolle Mitarbeiterin erhalten bleibt. Mit ihrer langjährigen Erfahrung und ihrem Wissen über die Bedürfnisse unserer Kundschaft unterstützt sie mich dabei, die hohe Qualität und die persönliche Atmosphäre des Ladens zu wahren.

Haben Sie Wünsche und gute Ideen? Dann sprechen Sie uns gerne an. Ich freue mich auf Sie im Bollheimer Hofladen!

Hilke Deinet

1 2 3 4 18