Vielfalt pflegen – die Artischocke

eingetragen in: News,Gemüse – Ackerbau,Produkte, eingetragen am: | 0 5 Aug. 2026

Artischocken im Folientunnel Artischocke

Neue Kulturen für die Vielfalt

Hier auf Haus Bollheim sind wir stets interessiert unsere Vielfalt zu erweitern. Wir probieren gerne neue Kulturen aus, in diesem Jahr beschäftigen wir uns mit der Artischocke (Cynara cardunculus subsp. scolymus). In unserem Folienhaus Nummer 3 wurden in diesem Frühjahr 220 Pflanzen der Sorten „Imperial Star“ und „Madrigal“ gepflanzt. Die Artischocke gehört zur Familie der Korbblütler und ist eine distelartige kräftige ausdauernde Kulturpflanze. Im ersten Jahr bildet sie eine große Blattrosette und schiebt dann für etwa fünf Jahre 0,5 bis 2 Meter hohe Blütenstängel mit faustgroßen Blütenknospen. Diese Knospen werden seit Jahrhunderten, anfänglich im Mittelmeerraum, als Gemüse verzehrt. Leider ist die Artischocke frostempfindlich und somit nicht unbedingt für unsere Klimazone geeignet. Modernere Sorten weisen jedoch eine gewisse Frosttoleranz auf. Wir sind gespannt, ob die Pflanzen unseren Winter im Gewächshaus gut überstehen.

Artischocken im Gewächshaus

Artischockenknospen werden in der Regel nicht im Ganzen verzehrt, man isst den unteren fleischigen Teil der Hüllblätter und den Blütenboden, das Artischockenherz. Die Zubereitung ist recht einfach. Man kocht die ganzen Knospen für 30 bis 45 Minuten in Salzwasser, welches man mit einem Spritzer Zitronensaft aromatisiert. Lassen sich die äußeren Hüllblätter leicht von der Knospe lösen, sind die Artischocken gar. Man serviert sie traditionell mit einer Vinaigrette. Ein erfrischendes Dressing auf Basis des Bollheimer Joghurts eignet sich auch sehr gut.

Gesund und einfach zubereitet

Artischocken sind nicht nur köstlich, sondern auch sehr gesund. Sie wirken appetitanregend und verdauungsfördernd, sodass sie klassischerweise Bestandteil von Vorspeisenplatten sind. Der enthaltene Bitterstoff Cynarin regt den Stoffwechsel der Leber an und bereitet somit den Verdauungstrakt auf die Mahlzeit vor. In Padua wird seit 1953 ein Digestif aus Artischocken und Kräutern mit dem Namen „Cynar“ hergestellt.

Da unsere Pflanzen jetzt erst beginnen Blütenknospen auszubilden und unsere Anlage verhältnismäßig klein ist, ernten wir derzeit keine großen Mengen. Freuen Sie sich, wenn sie welche erwerben können und genießen Sie die neue Bollheimer Vielfalt. Möglicherweise können wir zukünftig Artischocken in unseren festen Kulturplan integrieren, sollten sie den Winter gut überstehen. Wir sind gespannt.

In Frankreich gibt es die Redewendung „avoir un coeur d`artichaut“ (ein Artischockenherz haben). Sie beschreibt eine Person, die sich leicht verliebt und unbeständig in der Liebe ist.

Artischockenknospe Artischocken im Topf